Viminacium - Römische Stadt und Militärlager
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VIMINACIUM - EINE TOURISTISCHE ATTRAKTION

Offensichtlich erfüllt Viminacium alle Bedingungen für unser Land so etwas zu werden, wie die Pompeii für Italien. Es ist also ein Ort, der einmal, wenn es vollständig ausgegraben wird, nicht nur für Experten wichtig wird, sondern auch für alldiese, die erkennen möchten, dass dieses Gebiet einmal eine außerordentlich wichtige Rolle spielte. Dieses Begreifen wird ihnen helfen, historisch entscheidende Periode zu überwinden und wieder die Stelle einzunemhen, die ihnen historisch gehört.

Viminacium kann aufbewahrt werden nur wenn es weiterlebt und in Funktion bleibt. Unsere Vorstellungen von Schiffen an der Donau, Autobussenreihen und Touristenmengen die es besuchen sind keine unrealistische Visionen sondern feste Garantien, die aus unseren Erkenntnissen hervorgehen.

Was hebt Viminacium von anderen archäologischen Fundstellen bei uns und in der Welt hervor und wo liegt seine große Wichtigkeit?

Vor allem ist dies sein großes Reichtum, das schon in der Ackerschicht liegt. Alle ehemalige Legionslager und römische Städte liegen heutzutage unter modernen Baustrukturen. Hier werden nur manche erwähnt: Londinium liegt unter dem heutigen London, Novaesium unter Neuß, Castra Regina unter Regensburg, Mogontiacum unter Mainz, Mediolanum unter Milan, Emona unter Ljubljana, Aquincum unter Budapest, Singidunum unter Belgrad usw. Aus diesen Gründen hatten wir die Möglichkeit, in den letzten 25 Jahren mehr als 13.000 Gräber zu erforschen und dabei mehr als 32.000 Objekte im Museum zu deponieren.

Deswegen erfüllt uns Archäologen ein Blick auf Viminacium gleichzeitig mit Freude und Trauer.

Freude liegt in der Tatsache, dass wir vor uns eine wirklich einmalige Fundstelle haben. Traurig sind wir aber, weil dieses Reichtum, dessen Wert wir bei weitem nicht schätzen können, von Räubern und Sammlern beraubt wird und Privatsammlungen und ausländische Museen bereichert.

Viminacium können wir vereinzelt nicht lösen, sondern nur mit gemeinsamen Kräften aller gutmutiger Leuten aus Wirtschaftsbereich, aus der Gemeinde Požarevac und Republik Serbien, sowie durch eine Mitarbeit von Kollegen aus dem Ausland. Ich bin sicher, dass wir nicht nur Viminacium lösen können, sondern es zum Stolz von uns allen zu machen und auch zu einem Vorteil für das gesamte Gebiet.

Leider muß auch in Betracht genommen werden, dass Viminacium im Gebiet des fortschreitenden Tagebaus "Drmno" liegt. Kraftstoffe sind die für die Entwicklung des Landes sehr wichtig, aber auch Viminacium stellt eine Perle der historischen Hinterlassenschaftes dar und so muß man Lösungen finden,Viminacium in einem möglichst großen Maße zu bewahren.

Nach der Planung des Tagebaus "Drmno" bis zum Jahre 2040 dürfte die Zone der antiken Stadt und des Militärlagers nicht bedroht werden. Leider umfasst Viminacium eine über 450 Ha große Fläche und manche Teile der antiken Stadt sind direkt vom Fortschritt des Tagebaus bedroht. In diesem Gebiet liegen außergewöhnliche Objekte, wie Aquädukt, in einer Länge von fast 10 km, spätantike Basiliken, Gutshöfe römischer Veteranen, villae rusticae, sowie römische Wege, die Viminacium mit benachbarten Städten verbanden. Manche dieser Objekte wurden mit Fern-detektionsmethoden und Analysen von Luftfotos festgestellt, sowie mit Georadar und magnetometrischen Forschungen, manche wurden sogar archäologisch erforscht. Objekte wie etwa Aquädukt wurden teilweise archäologisch erforscht. Ein Aquäduktteil mußte umgesetzt werden, da er direkt am Tagebau "Drmno" lag. Manche Aquäduktteile wurden durch Baggern zerstört und er musste sofort gerettet werden. Der umgesetzte Aquäduktteil wurde auf einer Stelle wiedergebaut, auf der auch früher Aquädukt zerstört wurde, aber seine Richtung festgestellt werden konnte. Doch verlangt der Aquädukt eine dringende Konservation, Überdachung und eine Presentation, weil er eine Weltattraktion darstellt. Geldmangel bedroht den erfoschten Aquäduktteil, der umgehend konserviert und presentiert werden muß.

Bald werden auch andere wichtige antike Objekte vom Tagebau bedroht werden. Direkt am Tagebau befindet sich eine sehr wichtige römische Basilika aus dem 4. Jh. Auch sie braucht ein dringendes Umsetzten mit Konservation und Presentation.

Nach dem Gesetzt von Kulturgütern der Republik Serbien muß der Investitor, in diesem Fall das öffentliche Unternehmen, auf bedrohten Flächen der Fundstelle Viminacium archäologische Forschungen und Umsetzten bedrohter Objekte ermöglichen, weiterhin auch deren Konservation, Restauration, Presentation und Veröffentlichung.

Wenn man die Außerordentlichkeit der archäologischen Fundstelle Viminacium in Betracht nimmt, wird klar, dass deren Forschungen geringe finanzielle Möglichkeiten des Unternehmens Tagebau "Kostolac" überschritten. Deswegen ist es notwendig, die Finanzierungsfrage auf dem Niveau des Energetikministeriums fest zu definieren. Die Schwierigkeiten beim Finanzieren von archäologischen Ausgrabungen und Forschungen liegt in der Tatsache, dass in der Elektrowirtschaft Serbiens keine Zuwendungsgelder dafür bestehen. Es ist notwendig, dass das Energetik-ministerium, bzw. die Elektrowirtschft Serbiens Zuwendungsgeld für archäologische Ausgrabungen und Forschungen sichert, was auch zu ihren vom Gesetz vorgeschriebenen Pflichten gehört.

Wir ermahnen, dass Viminacium im Jahre 1949. als Kulturdenkmal und archäologische Fundstelle in Schutz des Staates genommen wurde. Im Jahre 1979. wurde Viminacium vom serbischen Parlament zum außerordentlichen Kulturgut verlautbart (Sl. gl. SRS 14-79).

Warum Viminacium Zugang zum Fluß bekommen soll?

Viminacium liegt nur 4,5 km von der Donau entfernt, Für das touristische Angebot Viminaciums ist die Donau von grosser Bedeutung. Sie ist ein Fluß, der viele Länder verbindet, über die ein instensiver Verkehr herrscht, unter anderem auch viele Passagiere, die viel Interesse für kulturelle Denkmäler zeigen.

Im Jahre 2005 werden im Belgrader Hafen 450 Schiffe ankommen mit etwa 70.000 Passagieren. Gleichzeitig werden in Novi Sad weitere 200 Schiffe ankommen mit 30.000 Passagieren. Aufgrund Plänen und Angaben für das Jahr 2006. werden in belgrad etwa 600 schiffe ankommen, während die Zahlen für in Novi Sad gleich bleiben. Dies bedeutet, dass die Gesamtzahl der Reisenden, die in 2006. Serbien besuchen werden etwa 120.000 beträgt, und etwa 200.000 die an dem serbischen Donautal reisen werden.

Novi Sad und Belgrad stellen die einzigen Häfen für Passagierschiffe in Serbien dar. Gleichzeitig halten sich solche Schiffe in diesen Häfen durchschnittlich 4 bis 8 Studnen auf, während Passagierenexkursionen nur 4 Stunden dauern und sind meistens auf einen Stadtrundgang fokusiert.

Auf jeden Fall ist Viminacium so weit von Novi Sad und Belgrad entfernt, dass er nicht für Exkursionen aus diesen Ortschaften geeignet ist (durchschnittlieche Dauer einer Hinfahrt mit Bus aus Belgrad beträgt 1,8 Stunden). Es bestehen auch logistische Probleme, wie Organisation einer entsprechenden Zahl luxuriöser Busse zm Passagierentransport (alle Busse sollen klimatisiert werden und ein europäisches Niveau besitzen), sowie ein erhöhter Preis solcher Reisen.

Da Schiffrundfahrten immer atraktiver werden und langsam ihren Höhepunkt erreichen, werden Aufträge für "alternative" Destinationen immer zahlreicher, um ein besseres Angebot zu ermöglichen.

Viminacium liegt an der Donau, bzw. an seinem Ärmel Dunavac und nur 4,5 km vom Hauptstrom entfernt. Also werden im Jahr 2006. etwa 200.000 Passagiere nur 4,5 km von Viminacium entfernt durchreisen, die eine mögliche Zielgruppe Viminaciumbesucher darstellen. Diese sind überwiegen Westeuropäer in höherem Alter und akademisch geschult.

Eine gewisse Verhinderung, aber, wenn das ganze Problem richtig aufgestellt wird auch ein Vorteil Viminaciumsbesuche von der Donau ist die Schifffahrtzeit, die immer auf solcher Weise eingerichtet wird, dass Schiffe den Eisernen Tor beim Tageslicht durchreisen. Wir sind der Meinung, dass in der Hauptsaison (März - November) ein Viminaciumbesuch gut einen programmlosen Nachmittag in Belgrad erstatten kann. Dies könnte auch bei Rückfahrt stattfinden, wenn Passagiere Viminacium morgens besuchen würden.

Um in 2006. einen solchen Besuch der Donaupassagiere zu ermöglichen, muß mann folgende Ausgangspunkte mit Beipunkten betrachten:

- Donauhafen,

- Passagierentransport vom Hafen zur Fundstelle (entsprechende Busse),

- ein entsprechender, 1 bis 3 Stunde dauernder Programm, nach Anfrage.

DONAUHAFEN

Es ist notwendig, einen neuen, möglichst nahe an der Fundstelle liegenden Donauhafen zu errichten, mit Strom- und Wasserversorgung, mit einer entsprechender Infrastruktur für Zoll- und Polizertätigkeit, sowie mit einem Parkplatz für Busse.

PASSAGIERENTRANSPORT

Der kürzeste weg vom Hafen zur Fundstelle beträgt 4,5 km. Mehrere Busse wurden besorgt (mindestens drei), von höchtster Qualität, manche Old-timer, sowie offene Transportmittel mit einem Stoffdach.

PROGRAMM

Am Anfang ist es genug, jeweils einen englisch-, deutsch- oder französisch sprechenden Reiseführer zu besorgen, am besten einen Archäologe mit Fremdsprachenkenntnissen. Drei Varianten wurden ausgearbeitet:

-Grundvariante, die eine Stunde dauert, wobei drei schon existierende Punkte besucht werden.

-Mittlere variante, die drei Stunden dauert, mit einem Museumbesuch in Požarevac, bzw. einer Aussenstelle des Požarevac Museum in Viminacium selbst.

-Vollvariante, die ebenfalls drei Stunden dauert, mit Fachvorträgen über jeden Fundpunkt, sowie mit einem entsprechenden Konzert an einem der Fundpunkte (Thermen oder Mausoleum).